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A
Alterseinkünftegesetz (AltEinkG)

Gesetz zur Neuordnung der einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen. Das Gesetz ist zum 01.01.2005 in Kraft getreten und beinhaltet den Übergang auf die nachgelagerte Besteuerung in der privaten und gesetzlichen Altersversorgung.

Altersvermögensgesetz (AVmG)

Gesetz zur Reform der Rentenversicherung und zur Förderung eines kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögens. Das AVmG ist zum 01.01.2001 bzw. 01.01.2002 in Kraft getreten und beinhaltet u.a. den Rechtsanspruch der Arbeitnehmer auf Entgeltumwandlung, sowie die Einführung des Pensionsfonds als fünftem Durchführungsweg in der betrieblichen Altersversorgung und die Einführung der Riester-Förderung.

Anpassung laufender Rentenleistungen (Anpassungsprüfungspflicht)

Als eine Form des Inflationsausgleichs hat der (ehemalige) Arbeitgeber laufende Leistungen alle drei Jahre zu überprüfen und nach billigem Ermessen über eine Anpassung zu entscheiden. Dabei sind insbesondere die Belange des Versorgungsempfängers und die wirtschaftliche Lage des Arbeitgebers zu berücksichtigen. In Tarifverträgen, bei bestimmten Konstellationen von Versorgungszusagen bzw. bei bestimmten Durchführungswegen kann die Anpassung durch den Arbeitgeber entfallen. Entsprechende Regelungen finden sich im § 16 des BetrAVG.

Anwartschaft

Es handelt sich um einen künftigen Rechtsanspruch (z.B. auf eine Altersrente). Damit dieser Anspruch entsteht, bedarf es der Erfüllung einer bestimmten Bedingung oder des Eintrittes eines bestimmten Ereignisses (z.B. Erreichen einer Altersgrenze).

Arbeitnehmer i.S.d. BetrAVG

Die arbeitsrechtlichen Schutzvorschriften, die Bestimmungen zum Steuerrecht und zum Insolvenzschutz des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) gelten für einen weiten Kreis von Personen, denen eine Versorgungszusage aus Anlass eines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber gegeben wurde. Das betrifft Arbeitnehmer im üblichen Sinn des Wortes: Arbeiter, Angestellte und Auszubildende, Teilzeitkräfte, Führungskräfte, leitende Angestellte, Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften, auch sonstige Personen, die überwiegend für ein Unternehmen tätig sind, z.B. arbeitnehmerähnliche Selbstständige, freie Mitarbeiter, Heimarbeiter, selbstständige Handelsvertreter, Wirtschaftsprüfer, Anwälte.

B
Beitragsbemessungsgrenze (BBG)

In der gesetzlichen Renten- und gesetzlichen Krankenversicherung ist die Höhe der Beiträge vom jeweiligen Einkommen abhängig. Je höher das Einkommen, desto mehr Beiträge müssen gezahlt werden. Allerdings gilt diese Abhängigkeit nur bis zu einer gewissen Einkommensgrenze, der Beitragsbemessungsgrenze. Alle Einkommen unterhalb dieser Grenze werden für die Beitragszahlungen berücksichtigt. Einkommen darüber bleiben "beitragsfrei". Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung wird jährlich vom Bundessozialminister festgelegt. Die Grenze für die Krankenversicherung beträgt 75 % der Rentenversicherungsgrenze.

Beitragsorientierte Leistungszusage

Eine Versorgungszusage der betrieblichen Altersversorgung wird beitragsorientiert genannt, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine definierte Versorgungsleistung zusagt, die auf einem fest definierten Beitragsaufwand beruht.

Beitragszusage mit Mindestleistung

Im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung wird die Zahlung eines bestimmten Arbeitgeberbeitrages zugesagt, wobei der Arbeitnehmer das Anlagerisiko allein trägt. Zusätzlich muss der Arbeitgeber die Garantie übernehmen, dass zur Altersversorgung am vereinbarten Leistungsbeginn mindesten die Summe der zugesagten bzw. eingezahlten Beiträge zur Verfügung steht. Eine Verzinsung ist nicht zu berücksichtigen. Werden Beitragsbestandsteile zur Absicherung vorzeitiger Risiken (Invalidität, Tod) verwendet, sind sie von der Mindestleistung abzuziehen.

Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich auf nicht absehbare Zeit seinen Beruf oder eine ähnliche Tätigkeit auszuüben vermag, die seiner Ausbildung entspricht und gleichwertige Fähigkeiten und Kenntnisse voraussetzt.

Betriebliche Altersversorgung (bAV)

Die bAV bildet die zweite Säule des Drei-Säulen-Systems. Heute spricht man eher vom Drei-Schichten-Modell. Hier stellt die bAV die zweite Schicht dar. Arbeitsrechtlich definiert das BetrAVG den Begriff als Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass eines Arbeitsverhältnisses. Das Prinzip: Entweder zahlt der Arbeitgeber freiwillige (Sozial-)Leistungen oder Teile des Gehalts werden in Versorgungsanwartschaften umgewandelt (Entgeltumwandlung). Es gibt fünf Möglichkeiten für eine betriebliche Altersversorgung, die als Durchführungswege bezeichnet werden:
Als externe bzw. versicherungsförmige Durchführungswege stehen die Direktversicherung, die Pensionskasse und der Pensionsfonds zur Verfügung. Grundsätzlich vom Arbeitgeber (intern) selbst getragene Wege sind die Pensionszusage und die Unterstützungskasse. Hier werden aber vom Arbeitgeber häufig Rückdeckungsversicherungen zur Finanzierung und Absicherung biometrischer Risiken abgeschlossen.

Betriebsausgaben

Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Hierzu zählen alle Personalkosten inklusive der Aufwendungen des Arbeitgebers für die bAV. Betriebsausgaben mindern den Gewinn des Arbeitgebers und damit grundsätzlich seine Steuerlast.

Betriebsrente

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff quasi als Oberbegriff für eine Rente aus einer bAV verwendet. Im engeren Sinne wurde in der Vergangenheit unter einer Betriebsrente die vom Arbeitgeber finanzierte Versorgungsleistung aus einer Pensionszusage verstanden. Das BetrAVG verwendet den Begriff nicht.

Betriebsrentengesetz (BetrAVG)

Das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung, kurz Betriebrentengesetz, stammt aus dem Jahr 1974. Es enthält die arbeitsrechtlichen Bestimmungen zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) und regelt den Insolvenzschutz. Weitere wichtige Schutzbestimmungen für Arbeitnehmer sind: die gesetzliche Unverfallbarkeit dem Grunde und der Höhe nach, die Möglichkeit der Abfindung und Übertragung bei Arbeitgeberwechsel, die Anpassung von laufenden Leistungen (Anpassungsprüfungspflicht) und die Höhe des Anspruchs auf Entgeltumwandlung.

Bewertungsvorschriften

Bilanzierungspflichtige Versorgungszusagen eines Arbeitgebers müssen nach bestimmten handels- und steuerrechtlichen Rechnungsvorschriften jährlich bewertet werden. Das geschieht u.a. in versicherungsmathematischen Gutachten. Mit dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) aus dem Jahr 2009 – Gültigkeit ab 2010 – erfolgte eine weitreichende Reform und Annäherung des deutschen Handelsbilanzrechts an internationale Bewertungsvorschriften (IFRS). Das BilMoG hat auch im Bereich der bAV signifikante Auswirkungen für bilanzierende Unternehmen.

C
Contractual Trust Arrangements (CTA)

Mit der Einrichtung eines CTA verfolgt der Arbeitgeber in der Regel das Ziel, bestehende Pensionsverpflichtungen aus der internationalen Bilanz auszulagern. Die Ausgestaltung eines CTA ist in der Regel recht komplex und bedarf meist der Unterstützung durch einen Fachberater. Vereinfacht dargestellt wird beim CTA Vermögen vom Arbeitgeber zur Sicherung bzw. Erfüllung der Pensionszusagen auf einen Treuhänder übertragen. Wirtschaftlicher Eigentümer des Vermögens bleibt der Arbeitgeber.

D
Direktversicherung

Unter einer Direktversicherung versteht man eine Lebensversicherung bzw. Rentenversicherung, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer als versicherte Person abschließt. Der Mitarbeiter ist direkt bezugsberechtigt und erhält die Leistungen aus dem Vertrag. Die Direktversicherung ist besonders in kleinen und mittelständischen Betrieben weit verbreitet. Die Beiträge sind für den Arbeitgeber als Betriebsausgaben steuerlich abzugsfähig. Für den Arbeitnehmer gelten sie als Arbeitslohn, der in bestimmtem Umfang steuerlich und sozialversicherungsrechtlich begünstigt ist. Dadurch und wegen ihrer Sicherheit – Versorgungsträger unterliegen der Versicherungsaufsicht und sind Pflichtmitglied im gesetzlichen Sicherungsfonds „Protektor AG“ – und Einfachheit ist dieser Durchführungsweg meist eine attraktive Vorsorgeform für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Direktzusage (Pensionszusage oder unmittelbare Versorgungszusage)

Bei der Direktzusage verpflichtet sich der Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen bei Eintritt des Versorgungsfalles (Altersrente, Berufsunfähigkeit, Tod) die jeweils vereinbarte Leistung zu zahlen. Die erforderlichen finanziellen Mittel können durch den Abschluss einer Rückdeckungsversicherung bei einem Unternehmen der Lebensversicherung sicher gestellt werden. Für die Versorgungszusage müssen Pensionsrückstellungen in der Bilanz gebildet werden.

Drei-Schichten-Modell

In der Bundesrepublik Deutschland war seit Jahrzehnten das Drei-Säulen-System für die Absicherung der Altersrenten, Hinterbliebenenrenten und Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsrenten etabliert. Die erste Säule bildete der Staat mit der gesetzlichen Rentenversicherung, die im Alter, bei Tod und bei Erwerbsminderung eine Rente bezahlt. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung stand die betriebliche Altersversorgung als zweite Säule. Hier wird über den Arbeitgeber bzw. Dienstherrn eine "Betriebsrente" bereitgestellt. Die dritte Säule, die private Vorsorge, z. B. mit privaten Rentenversicherungen, komplettierte das Drei-Säulen-System. Nur alle drei Säulen zusammen können die finanzielle Versorgung aller Bürger im Alter, als Hinterbliebene oder als Berufs- bzw. Erwerbsunfähige tragen. In der Vergangenheit hat sich das Verhältnis der drei Säulen untereinander verändert: Die gesetzliche Rentenversicherung verliert durch massive Rentenkürzungen infolge von demografischen Veränderungen mehr und mehr an Gewicht. Dem trägt der Staat durch den Umbau der Altersversorgung Rechnung: Seit dem 1. Januar 2005 folgt die steuerliche Behandlung der Alterseinkünfte einem Modell, das aus drei Schichten besteht:

3. Schicht (oben) - Übrige Vorsorge (private Rentenversicherung, Kapitallebensversicherung, Banksparplan, Aktienfonds, Immobilien etc.)

2. Schicht (mitte) - Kapitalgedeckte, geförderte Zusatzvorsorge (Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung)

1. Schicht (unten) - Basisvorsorge (gesetzliche Altersrente, Basisrente bzw. Rürup-Rente, berufsständische Versorgung)

E
Entgeltumwandlung

Der Begriff meint die Finanzierung einer Zusage aus einer bAV aus dem Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers. Seit dem 1. Januar 2002 können Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung verlangen, wenn sie bereit sind, dafür auf Entgelt zu verzichten. Künftige Ansprüche auf Arbeitslohn können bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung herabgesetzt werden. Der Arbeitnehmer erhält dafür eine wertgleiche Anwartschaft auf Leistungen einer bAV. Der Rechtsanspruch gilt auch für Arbeitnehmer in Teilzeit und für geringfügig Beschäftigte mit einem so genannten 400-Euro-Job, sofern sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

Erwerbsunfähigkeit

Der Begriff findet sich sowohl in der gesetzlichen Unfall- und Rentenversicherung, als auch in der privaten Unfall-, Lebens- und Rentenversicherung. Über die Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann eine Rentenzahlung für den Fall einer Erwerbsunfähigkeit (EU) versichert werden. Die vereinbarte Rente wird gezahlt, nachdem durch eine Krankheit oder einen Unfall eine EU eingetreten ist. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung wird die EU-Rente erst dann gezahlt, wenn gar keinem Erwerb zum Lebensunterhalt mehr nachgegangen werden kann

F
Fünftelungsregelung

Durch rechnerische Verteilung außerordentlicher Einkünfte nach § 34 Abs. 1 und Abs. 2 EStG (Einkommensteuergesetz) – darunter zählen z.B. auch Versorgungsleistungen in Kapitalform aus einer Unterstützungskasse – kann die Auswirkung der Steuerprogression gemildert werden.

G
Generationenvertrag

Der Begriff dient als Erklärungsmodell für die Funktionsweise der gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland: Gemeint ist sozusagen der unausgesprochene und nicht schriftlich festgelegte "Vertrag" zwischen der Beitrag zahlenden und der Renten empfangenden Generation. Dieser Vertrag beinhaltet die Verpflichtung der arbeitenden Generation zur Beitragszahlung in der Erwartung, dass die ihr nachfolgende Generation die gleiche Verpflichtung übernimmt. Dadurch, dass das Verhältnis zwischen Rentenempfängern und Beitragszahlern sich mehr und mehr zugunsten der Ersteren verschiebt, verringert sich die Höhe der gesetzlichen Rente, bzw. steigt das gesetzliche Renteneintrittsalter.

Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF)

Ein angestellter, fremder Geschäftsführer wird betriebsrentenrechtlich und steuerlich als Arbeitnehmer behandelt und kann eine bAV erhalten. Der GGF einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, KGaA) hat im Gegensatz zum Einzelunternehmer und zum GGF einer Personengesellschaft grundsätzlich die Möglichkeit, sich über die Kapitalgesellschaft, an der er beteiligt ist, eine bAV zusagen zu lassen. Eine besondere Gruppe, die nicht den Bestimmungen des BetrAVG unterliegt, bilden beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer. Die beherrschende Stellung hat neben dem arbeitsrechtlichen auch einen steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Aspekt. Die Geschäftsführer-Versorgung muss bei beherrschenden GGF ganz individuell und umsichtig geregelt werden.

Gleichbehandlungsgrundsatz

Versorgungsansprüche von Arbeitnehmern können sich aus dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz ergeben. Danach ist es dem Arbeitgeber untersagt, in seinem Betrieb einzelne oder Gruppen von Arbeitnehmern ohne sachlichen Grund von allgemein begünstigenden Regelungen im Arbeitsverhältnis auszuschließen und schlechter zu stellen. Das gilt auch für die bAV, wenn z.B. eine arbeitgeberfinanzierte Versorgung eingerichtet wird. Wird der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt, führt das nicht zur Nichtigkeit der bestehenden Versorgungsregelungen. Vielmehr ist die ohne sachlichen Grund benachteiligte Arbeitnehmergruppe so zu behandeln wie die begünstigten Arbeitnehmer.

H
Hinterbliebenenbegriff in der bAV

Folgende Personen können als versorgungsberechtigte Hinterbliebene die vollen Leistungen aus einer bAV erhalten:

  • der Ehegatte oder ehemalige Ehegatte,

  • der Lebenspartner, mit dem die versicherte Person in häuslicher Gemeinschaft lebte,

  • der Lebenspartner im Sinne des § 1 LPartG (Lebenspartnerschaftsgesetz)

  • Kinder maximal bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres; (so lange noch in der Berufsausbildung befindlich bzw. solange Kindergeld gezahlt wird)

Für sonstige Hinterbliebene kann die Auszahlung eines Sterbegeldes vereinbart werden.

I
Insolvenzschutz

Das BetrAVG regelt den Insolvenzschutz im Zusammenhang mit einer bAV. Träger der Insolvenzsicherung ist grundsätzlich der Pensions-Sicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit (PSVaG). Alle Arbeitgeber mit sicherungspflichtigen, unverfallbaren bAV-Maßnahmen (Direktzusagen, Unterstützungskassen, beliehene Direktversicherungen), sind Pflichtmitglied des PSVaG. Im Falle einer Insolvenz eines der Mitglieder gewährleistet der PSVaG, dass laufende Renten weitergezahlt und unverfallbare Anwartschaften später im Leistungsfall bedient werden. Die hierfür erforderlichen Geldmittel haben die Mitglieder durch jährliche Beiträge aufzubringen. Bei bestimmten Durchführungswegen – Direktversicherung, Pensionskasse – ist grundsätzlich keine Absicherung über den PSVaG vorzunehmen.

K
Kapitaldeckungsverfahren

Beim Umlageverfahren in der gesetzlichen Rentenversicherung wird jeden Monat das Geld der Beitragszahler direkt für die Rentenzahlungen an die heutigen Rentenempfänger verwendet. Problem dabei: Wenn sich das Verhältnis zwischen Beitragszahler und Rentenempfänger ändert, müssen die Beiträge und/oder die Rentenhöhen angepasst werden.
Beim Kapitaldeckungsverfahren z.B. in der privaten Lebens- und Rentenversicherung kann das nicht passieren: Hier sammelt jeder Versicherte durch die Beitragszahlungen seinen eigenen "Spartopf" an, aus dem später die Versicherungsleistung finanziert wird. Die Versicherungsunternehmen legen das Geld der Versicherten dabei so an, dass Zinsen anfallen. Diese werden zum allergrößten Teil den "Spartöpfen" der Versicherten wieder gutgeschrieben.

L
Leistungszusage

Als Zusageform der betrieblichen Altersversorgung kann der Arbeitgeber eine klassische Leistungszusage wählen. Die Leistungszusage liegt dann vor, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die spätere Leistung ganz konkret festlegt. Der Arbeitgeber übernimmt damit alle Risiken, die mit dem Erwirtschaften der zugesagten Leistungen verbunden sind. Diese Zusageform wurde in den vergangenen Jahren vor allem von Großbetrieben mit Pensionszusagen aus Kostengründen reduziert

M
Mittelbare Versorgungszusage

Die Unterscheidung zwischen einer unmittelbaren und einer mittelbaren Durchführung der bAV ist im BetrAVG ausdrücklich angesprochen. Eine mittelbare Versorgungszusage liegt vor, wenn die bAV über einen externen Versorgungsträger, z.B. eine Lebensversicherung, abgewickelt wird.

N
Nachgelagerte Besteuerung

Nachgelagerte Besteuerung bedeutet, dass Alterseinkünfte erst dann versteuert werden, wenn diese an den Steuerpflichtigen ausgezahlt werden - also im Alter. Dafür bleiben die Beiträge zur Altersvorsorge in der Erwerbstätigenphase bis zu einem jährlichen Höchstbetrag unversteuert.
Der Übergang zur nachgelagerten Besteuerung und zur Steuerfreistellung der Altersvorsorgeaufwendungen erfolgt seit 2005 mit dem Alterseinkünftegesetz schrittweise.

P
Pensionsfonds

Der Durchführungsweg besteht seit 1. Januar 2002. Als rechtlich selbstständiger Versorgungsträger in der Rechtsform einer AG oder eines Vereins auf Gegenseitigkeit führt der Pensionsfonds die bAV durch. Der Pensionsfonds unterliegt der Versicherungsaufsicht. Im Vergleich zu Versicherungen kann er aber eine freiere Kapitalanlagepolitik betreiben. Der Arbeitnehmer trägt dabei das Anlagerisiko, der Arbeitgeber muss den Kapitalerhalt der Beiträge garantieren.

Pensionskasse

Sie ist eine rechtsfähige Versorgungseinrichtung, die die bAV durchführt und auf ihre Leistungen dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch gewährt. Die versicherten Arbeitnehmer sind i.d.R. – wie bei der Direktversicherung – versicherte Person und Begünstigte. Beitragszahler und Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber. Auch Pensionskassen unterliegen der Versicherungsaufsicht.

Pensionsmanagement

Darunter versteht man u.a. die Dienstleistung eines Unternehmens, das für Arbeitgeber die (externe) Verwaltung der bAV übernimmt. Neben Service-Dienstleistungen gehören dazu in erster Linie die Bestandsverwaltung der Aktiven und der Rentner: Aufgaben sind hier z.B. die Erstellung von Unverfallbarkeitsbescheinigungen, PSV-Kurztestaten, Auszahlung der Betriebsrenten, Ermittlung und Abführung der Lohnsteuer, der Krankenversicherungs- und PSV-Beiträge. Auch die Verwaltung einer überbetrieblichen (Gruppen-)Unterstützungskasse zählt dazu.

Pensionsrückstellung

Für Anwartschaften und laufende Versorgungsleistungen aus Pensionszusagen (Direktzusagen) muss ein bilanzmäßiger Ausweis der eingegangenen Verpflichtungen als Schuldposten bzw. Fremdkapital erfolgen. Dafür werden Pensionsrückstellungen in der Bilanz des Unternehmens gebildet.
Pensionsrückstellungen sind Verbindlichkeiten gegenüber den Arbeitnehmern und werden periodengerecht versicherungsmathematisch berechnet. Die erwirtschafteten Pensionsrückstellungen sind bis zu ihrer Auszahlung eine Quelle der Unternehmensfinanzierung.

Portabilität

Unter dem Begriff versteht man die Möglichkeiten, Versorgungsanwartschaften bei Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Arbeitsverhältnis mitzunehmen, bzw. auf einen neuen Arbeitgeber und/oder Versorgungsträger zu übertragen. Mit dem Alterseinkünftegesetz ab 1. Januar 2005 wurde die Portabilität neu geregelt. Ziel des Gesetzgebers dabei war es, vereinfachte Regelungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu schaffen.

Q
Quotierungsverfahren

Mit dem Quotierungsverfahren wird nach dem BetrAVG die Höhe der unverfallbaren Anwartschaften, also Ansprüche aus einer bAV bei vorzeitigem Ausscheiden eines Arbeitnehmers aus dem Arbeitsverhältnis ermittelt. Dabei wird die tatsächlich im Unternehmen abgeleistete Betriebszugehörigkeit zu der bis zur festgesetzten Altersgrenze möglichen Betriebszugehörigkeit ins Verhältnis gesetzt. Diese Methode heißt auch m/n-tel-Verfahren oder ratierliches Verfahren.

R
Rückdeckungsversicherung

Eine Rückdeckungsversicherung wird vom Arbeitgeber bei einem Lebensversicherungsunternehmen abgeschlossen, um eine Finanzierungshilfe für die Erfüllung von Zusagen auf Leistungen der betrieblichen Altersversorgung zu haben. Bezugsberechtigt ist der Arbeitgeber. Wurden Leistungen bei Tod oder Invalidität zugesagt, empfiehlt sich eine Rückdeckungsversicherung zur Absicherung dieser biometrischen Ereignisse mit nicht vorhersehbarem Eintritt ganz besonders.

S
Subsidiärhaftung

Für die Einhaltung einer erteilten Zusage im Rahmen der bAV haftet letztlich immer der Arbeitgeber. Das gilt nicht nur für unmittelbare, sogenannte interne Versorgungszusagen, sondern auch für mittelbare Zusagen z.B. über ein Unternehmen der Lebensversicherung, also einen externen Versorgungsträger. Man nennt die Subsidiärhaftung auch Durchgriffshaftung.

T
Trägerunternehmen

Unternehmen, die als Arbeitgeber die bAV durch Zuwendungen an eine Unterstützungskasse, bestimmte Pensionskassen oder Pensionsfonds durchführen, werden als Trägerunternehmen bezeichnet.

U
Unterstützungskasse

Eine Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung eines oder mehrerer Unternehmen, zumeist in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Die Zahlungen an die Unterstützungskasse werden als Dotierung vom Arbeitgeber geleistet – entweder direkt von ihm selbst oder durch Entgeltumwandlung, finanziert also vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers. Wegen der grundsätzlich uneingeschränkten Steuerfreiheit der Dotierungen empfiehlt sich der Durchführungsweg besonders für höheren Versorgungsbedarf.

Unverfallbarkeit

Der grundlegende Begriff in der bAV regelt, wann und in welcher Höhe Versorgungsanwartschaften dem Arbeitnehmer bei Beendigung seines Arbeitsverhältnisses gehören. Während Anwartschaften aus Entgeltumwandlung seit 1. Januar 2001 dem ausgeschiedenen Arbeitnehmer sofort gesetzlich gehören, – sofortige gesetzliche Unverfallbarkeit – gelten bei Anwartschaften, die sich aus einer Finanzierung durch den Arbeitgeber ergeben, bestimmte Unverfallbarkeitsfristen. Die Fristen sind im BetrAVG geregelt. Sie können vom Arbeitgeber nur zu Gunsten des Arbeitnehmers geändert werden.

V
Versicherungsnehmer

Der Versicherungsnehmer (VN) hat den Versicherungsantrag unterschrieben und ist der Vertragspartner des Versicherungsunternehmens. Neben dem VN können in einem Vertrag weitere versicherte Personen versichert sein. Zwischen dem VN und dem Versicherungsunternehmen findet der gesamte Schriftverkehr statt. Der Versicherungsnehmer erhält grundsätzlich die Versicherungsleistungen – außer z.B. bei der Direktversicherung – und ist für die Beitragszahlung verantwortlich.

Versicherungsvertragliche Lösung

Nach der arbeitsrechtlichen Lösung des BetrAVG wird die Höhe der unverfallbaren Anwartschaft der bAV eines beim Arbeitgeber ausscheidenden Arbeitnehmers grundsätzlich ratierlich ermittelt. Dabei werden im sogenannten m/n-tel-Verfahren die tatsächlich geleisteten Dienstzeiten m mit den bis zum (zugesagten) Pensionsalter theoretisch möglichen Dienstzeiten n ins Verhältnis gesetzt.
Bei den Durchführungswegen Direktversicherung und Pensionskasse kann auf Verlangen des Arbeitgebers die auf Grund des jeweiligen Versicherungsvertrags zu erbringende Leistung an die Stelle des ratierlichen Anspruchs treten. Diese versicherungsvertragliche Lösung stellt eine praktikable Alternative für Arbeitgeber und Arbeitnehmer dar.

Z
Zusatzversorgung

Die Zusatzversorgung für Arbeitnehmer im öffentlichen – insbesondere die VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder) – und kirchlichen Dienst (z.B. KZVK-Darmstadt) ist eine Art betriebliche Altersversorgung. Sie soll die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung im Bereich Alters-, Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitsabsicherung ergänzen.
Finanziert werden die Leistungen der Zusatzversorgung meist ausschließlich durch die öffentlichen bzw. kirchlichen Arbeitgeber. Es kann aber auch ein Pflichtbeitrag des Arbeitnehmers vorgeschrieben sein. Bedingt durch demografischen Wandel und die Lage an den Kapitalmärkten, wird das Leistungsniveau der Zusatzversorgung beschnitten. Dadurch gewinnt die Eigenvorsorge der Arbeitnehmer in der zweiten und dritten Schicht im Drei-Schichten-Modell auch im öffentlichen und kirchlichen Dienst weiter an Bedeutung.